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Auf dem Weg in die Selbständigkeit Durch das Stillen hat sich eine einzigartige intime Nähe zwischen Mutter und Kind aufgebaut. Der erste Löffel Brei bedeutet auch immer ein erster Schritt in ein selbständiges Leben des Babys. Es heisst Abschied nehmen und Loslassen können. Es gibt keinen allgemeingültigen "richtigen" Zeitpunkt zum Abstillen. Der Zeitpunkt des Abstillens ist individuell verschieden und muss von jeder Mutter und ihrem Kind selbst bestimmt werden. Solange es beiden Spaß macht, gibt es keinen Grund aufzuhören. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, wo einer von beiden nicht mehr möchte. Ideal ist es, wenn Mutter und Kind es gleichzeitig so wollen. Ist der Säugling aber noch ganz auf die Brust fixiert, die Mutter möchte jedoch gerne wieder unabhängiger sein, muss die Mutter ihn behutsam entwöhnen. Wichtig ist, dass die Milch, die das Kind nicht getrunken hat, sanft aus der Brust gestrichen wird, um einer schmerzhaften Brustverhärtung vorzubeugen. Selbst nach Einführung der Beikost sollte noch so lange wie möglich weiter gestillt werden, denn auch die vielfältigen Vorteile des Stillens in Bezug auf die Gesundheit der Mutter (stabilere Stimmungslage, verringertes Karzinomrisiko, seltener Osteoporose) nehmen mit der Intensität und Dauer des Stillens zu. Einen Leitfaden und Zeitplan für das Stillen und Füttern von Beikost finden Sie im Fütterungsplan. Das allmähliche Abstillen ist für Mutter und Kind das günstigste. So, wie das Baby immer mehr andere Nahrung zu sich nimmt, verringert sich durch die gesunkene Nachfrage die Milchproduktion und die Milchmenge geht zurück. Es gibt aber auch Situationen, wo die Mutter z.B. aus medizinischen Gründen sehr schnell abstillen muss. Dies kann mit Unterstützung von homöopathischer Arznei und Tees geschehen. Gehen Sie wie folgt vor:
In Absprache mit Ihrem Heilpraktiker können Sie zusätzlich wie folgt vorgehen: Die homöopathische Arznei Phytolacca - in einer D 1 Potenz in stündlichem Abstand eingenommen - verhindert, dass die Milch einschießt. Vergrößern Sie die Zeitabstände der Arzneieinnahme bei weicher Brust solange, bis Sie nach drei oder vier Tagen nur noch drei Mal täglich 5 Globuli lutschen. Nach einer Woche können Sie die Einnahme beenden. Aber auch Lac caninum und Pulsatilla können hilfreich sein. Setzen Sie sich zwecks Einnahme dieser mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt zusammen. Diese wissen, welche Arznei die richtige ist. Denn die beiden letzten Mittel müssen richtig indiziert sein und sollten nicht ohne ausreichende Kenntnisse eingenommen werden. Viele Mediziner lehnen jedoch sogenannte Abstillmittel (Prolaktinhemmer) ab, da sie Nebenwirkungen haben wie z. B. Kreislaufprobleme, Schwindel und niedriger Blutdruck. Es wurden sogar selten Krampfanfälle ausgelöst. Die Wirkstoffe Bromocriptin, Lisurid und andere Hormonpräparate sollten Sie deshalb meiden. In westlichen Kulturen ist längeres Stillen heutzutage unpopulär und wenig verbreitet. Durch die stillfeindliche Entwicklung dieses Jahrhunderts, die aggressive Werbestrategie der Babynahrungsindustrie, mangelnde und fehlende Informationen des Gesundheitspersonals und nicht zuletzt durch fehlende Vorbilder werden junge Mütter im Normalfall vom längeren Stillen abgehalten. In Deutschland beträgt die durchschnittliche Stillzeit nur noch wenige Monate. Ein hoher Prozentsatz von Neugeborenen wird bereits im Wochenbett oder kurz danach abgestillt. Befragungen zeigten, dass nach vier Monaten nur noch 33,2% der Babys ausschließlich von der Brust ernährt wurden; nach sechs Monaten waren es sogar nur noch 9,8% (SuSe-Studie, Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung). Diese Zahlen sind erschreckend und dabei wahrscheinlich noch positiver als die Wirklichkeit. Die Bedeutung des Stillens auch über die Säuglingszeit hinaus ist unbestritten. Muttermilch ist eine wertvolle Ergänzung zum sonstigen Speiseplan eines Kleinkindes; durch die in der Muttermilch enthaltenen Abwehrstoffe leiden gestillte Kleinkinder weniger häufig und weniger stark an bestimmten Erkrankungen. Auch für die psychosoziale Entwicklung eines Kindes ist das Stillen von hohem Wert: Langzeitgestillte Kleinkinder erfahren in ihrer frühen Kindheit ein hohes Maß an Zuwendung und Sicherheit, was sie zu selbstbewussten kleinen Persönlichkeiten heranwachsen lässt. Die amerikanische Akademie der Kinderärzte (American Academy of Pedeatrics) empfiehlt eine Stillzeit von einem Jahr, Unicef zwei Jahre und darüber hinaus, wenn Mutter und Kind dies wünschen. Übrigens: Wird der Säugling nach Bedarf gestillt und darf er den Zeitpunkt des Abstillens selbst bestimmen, so liegt der Zeitpunkt des Abstillens häufig erst nach dem zweiten oder dritten Geburtstag. Ein echtes Abstillen von Seiten des Kindes im ersten Jahr kommt so gut wie nie vor. Für die meisten Mütter besteht die größte Schwierigkeit beim natürlichen Abstillen immer noch darin, mit den Meinungen anderer zurechtzukommen. Holen Sie sich einfach Unterstützung durch Kontakt zu stillfördernden Organisationen, wie z.B. einer Stillgruppe. Sie werden sehen, Sie sind nicht alleine! La Leche Liga
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